Lebendiges Andenken an P. Franz Reinisch

Reinisch-Freunde überall erinnern an Pallottinerpater

Ob in Oberkirch in der Erzdiözese Freiburg, in Bad Kissingen in der Diözese Würzburg, Meran in Südtirol oder Kirchmöser in der Diözese Magdeburg – dort und in vielen anderen Gemeinden weltweit wurde anlässlich seines Todestages in der vergangenen Wochen dem mutigen Pallottinerpater Franz Reinisch in den verschiedensten Formen gedacht.

Die Schönstatt-Männer von Oberkirch beispielsweise setzten ein zeitloses Zeichen – mit dem Aufstellen einer neuen Stele des von den Nazis hingerichteten Priesters, die dem Oberkircher Bildhauer Tobias Daniel Huber eigens zu diesem Anlass in Auftrag gegeben worden war. Das Monument nahe des Schönstatt-Zentrums Marienfried ziert ein Bronzerelief und das Spruchband der Männer: »Nichts ohne dich – nichts ohne uns« und wurde während der Gedenkstunde von Pfarrer Michael Dafferner feierlich gesegnet.

26 junge Leute gedachten im Gästehaus der Pallottiner in Meran in Südtirol dem mutigen Priester. P. Karl Schmickler SAC feierte gemeinsam mit ihnen einen Gottesdienst in seinem Gedenken. P. Franz Reinisch ist in der „Casa Pallotti“ fest verankert. Eines der beiden Wohnhäuser, das seit 1975 besteht, wurde seinen Namen „Franz Reinisch Haus“ getauft. Messingtafeln an den Häusern weisen auf die Biografien des Gründers des Pallottiner-Ordens Vinzenz Pallotti und von Pater Franz Reinisch hin.

In Bad Kissingen trafen sich rund fünfzig Verehrer am Reinisch-Denkmal auf dem ehemaligen Kasernengelände, um mit einem Wortgottesdienst an P. Franz zu erinnern. Organisiert hatte die Gedenkveranstaltung eine Reinisch-treue Gruppe rund um Schönstatt-Frau Erika Seller.

Bad Kissingen bedeutet einen Wendepunkt in P. Franz Reinischs leben. Hierher wurde er im April 1942 einberufen und hier verweigerte er kurz nach seiner Ankunft bereits den Fahneneid auf Hitler. Nur kurze Zeit später wurde er ins Gefängnis nach Berlin-Tegel gebracht. Am 7. Juli 1942 wurde er vom Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg zum Tode verurteilt. Am 21. August starb er im Zuchthaus Brandenburg-Görden unter dem Fallbeil.

Nicht weit vom Ort seiner Hinrichtung entfernt veranredeten sich auch in diesem Jahr wieder Jugendliche und auch Erwachsene zum "Reinisch-Treff". Seit Jahren verbringen aktuelle und ehemalige Schönstatt-Jungmänner eine Woche im August zeltend auf der Insel Kiehnwerder im Breitlingsee bei Brandenburg. Verbunden damit ist seit 1962 der Besuch und die Gestaltung einer Vigil-Nacht vom 20. zum 21. August in Kirchmöser im Andenken an P. Reinischs Todestag.